Seminar für Christlichen Orient und Byzanz - Orientalisches Institut - MLU Halle-Wittenberg

Sie sind hier: Orientalisches InstitutChristlicher Orient und ByzanzPublikationenEdessa in hellenistisch-römischer Zeit ...

Publikationen

Edessa in hellenistisch-römischer Zeit.
Religion, Kultur und Politik zwischen Ost und West.

Beiträge des internationalen Edessa-Symposiums in
Halle an der Saale, 14. - 17. Juli 2005.

Herausgegeben von Lutz Greisiger, Claudia Rammelt, Jürgen Tubach in Verbindung mit Daniel Haas. Beirut: Orient-Institut Beirut / Würzburg: Ergon-Verlag in Kommission, 2009.
Beiruter Texte und Studien, Bd. 116.

Im Jahre 303/302 v. Chr. gründete Seleukos I. Nikator (312-281 v. Chr.) auf der alten Siedlung Orhai am Nordrand der ?arran-Ebene eine Stadt griechisch-hellenistischen Charakters, die den Namen der alten makedonischen Königsstadt Edessa erhielt. Im zweiten vorchristlichen Jahrhundert etablierte sich in Edessa und der umliegenden Osrhoene eine arabischstämmige Königsdynastie, die über ein Reich herrschte, das sich zeitweilig über große Teile Mesopotamiens erstreckte. Im Grenzgebiet zwischen dem Römischen Imperium im Westen und dem Parther-Reich im Osten gelegen, behauptete der edessenische Staat durch die geschickte Politik seiner Herrscher lange Zeit eine gewisse Unabhängigkeit. Diese Grenzlage prägte auch das Leben, in dem hellenistische, parthische und römische Elemente mit einheimischen Traditionen verschmolzen. Über Jahrhunderte hinweg lebten Angehörige der verschiedensten Religionen weitgehend friedlich zusammen: Anhänger der alten, paganen Kulte, Juden, Christen, Manichäer. Die Bewohner sprachen einen Dialekt des Aramäischen, aus dem sich die klassische Literatursprache Syrisch entwickelte. Als ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Nordmesopotamiens wurde Edessa Brennpunkt der politischen und geistigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten der hellenistisch-römischen Epoche.

Im Sommer 2005 veranstaltete das Seminar für Christlichen Orient und Byzanz der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die erste internationale wissenschaftliche Tagung, die sich Edessa und seiner kulturwissenschaftlichen Bedeutung widmete. Die von Vertretern verschiedener Fachdisziplinen, Religionswissenschaftlern, Historikern, Archäologen, Sprach- und Literaturwissenschaftlern, Orientalisten sowie Theologen zusammengetragenen Arbeitsergebnisse lieferten einen Querschnitt des Forschungsstandes und erlaubten, künftige Forschungsaufgaben zu bestimmen. Die im vorliegenden Band versammelten Beiträge vermitteln einen Eindruck von der Komplexität des Forschungsgebietes und der Vielfalt der Fragestellungen und methodischen Zugänge unter denen derzeit an der Vervollständigung des Bildes der Geschichte und der Kultur- und Geisteswelt Edessas in hellenistisch-römischer Zeit gearbeitet wird. (Aus dem Vorwort.)

Beiträge

  • Luise Abramowski:
    Die nachephesinische Christologie der edessenischen Theodorianer
  • Wilhelm Baum:
    Edessa in der Auseinandersetzung zwischen Byzanz und der syrischen Kirche (6.-12. Jahrhundert)
  • Alain Desreumaux:
    La figure du roi Abgar d’Edesse
  • Lucinda Dirven:
    My Lord With His Dogs. Continuity and Change in the Cult of Nergal in Parthian Mesopotamia
  • Armenuhi Drost-Abgarjan:
    Zur Rezeption der Abgar-Legende in Armenien
  • Lutz Greisiger:
    Šarbel, Göttin von Arbela – Šarbel, alias Tu?ael, Märtyrer in Edessa: Religions- und überlieferungsgeschichtliche Probleme
  • Thomas Koonammakkal:
    Ephrem on the Icon of Nature
  • Ovidiu Ionut Ioan:
    Die Rolle Edessas in der christologischen Auseinandersetzung zwischen den Katholikos-Patriarchen Išo?yah? III. und Sahdona
  • Andrew N. Palmer:
    The Logos of the Mandylion: Folktale, or Sacred Narrative? A New Edition of The Acts of Thaddaeus With a Comentary
  • Ute Pietruschka:
    Topoi in der Schilderung nomadischen Lebens in der syrischen Literatur
  • Ute Possekkel:
    Die Schöpfungstheologie des Bardaisan von Edessa
  • Claudia Rammelt:
    Die Vorgänge in Edessa im April des Jahres 449 nach den syrischen Konzilsakten des so genannten Latrociniums
  • Jutta Rumscheid:
    Familienbilder im Haus der Ewigkeit. Zu Grabmosaiken aus Edessa
  • Martin Tamcke:
    Was die Dürre lehren kann
  • Jürgen Tubach:
    Die Anfänge des Königreichs Edessa. Vom Zelt- zum Palastbewohner, oder: Erfolgreiche Migration in hellenistischer Zeit
  • Sylvia Winkelmann:
    Partherzeitliche Waffenträger in Edessa und Umgebung

Philosophische Fakultät I  •  Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  •  Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt