Seminar für Christlichen Orient und Byzanz - Orientalisches Institut - MLU Halle-Wittenberg

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Die Geschichte des Seminars

Prof. Dr. Alexander Böhlig

Vor 50 Jahren erhielt Alexander Böhlig (1912-1996) einen Ruf an die Theologische Fakultät in Halle, um hier das Fach Oriens Christianus zu vertreten. Fünf Jahre später gelang es ihm, das Fach an der Philosophischen Fakultät zu etablieren, ohne jedoch die natürlichen Bezugspunkte zu vernachlässigen und die traditionell guten Beziehungen zu theologischen Fächern aufzugeben.
Alexander Böhlig studierte Evangelische Theologie und orientalische Sprachen an der Berliner Universität, wo er 1934 mit "Untersuchungen zu den koptischen Proverbientexten" zum Dr. phil. promoviert wurde. Zu diesem Doktortitel kam 1947 der Dr. theol. der Universität Münster und vier Jahre später habilitierte sich Alexander Böhlig an der Philosophischen Fakultät der Universität München auf dem Gebiet der Philologie des Christlichen Orients.
Alexander Böhlig gehörte zu den international renommiertesten Koptologen und Gnosisforschern. Diese Interessen prägten auch in der Folgezeit wesentlich das Profil des Christlichen Orients in Halle.
1963 kam er von einer Forschungsreise nach Ägypten nicht mehr in die DDR zurück. Enttäuscht bemerkte er in einem Brief an den Rektor der halleschen Martin-Luther-Universität, dass er sich nicht mehr in der Lage sehe, unter den gegebenen Umständen sein Fach weiterhin frei und ohne Zwänge zu vertreten.
Bis zu seinem Tode forschte und lehrte Alexander Böhlig am Seminar für Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients an der Universität Tübingen.

Stiftung

Die Ehe von Alexander Böhlig und seiner Frau Gertrud (die auf byzantinistischem Gebiet forschte) blieb kinderlos und so verfügten sie in ihren Testament, eine Stiftung innerhalb des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zu errichten. Mit ihr sollten die vom Ehepaar Böhlig vertretenen Fächer gefördert werden.

Förderpreis

Die Gertrud-und-Alexander-Böhlig-Stiftung verleiht regelmäßig einen Nachwuchs-Förderpreis an junge Wissenschaftler, die hervorragende Arbeiten zu christlich-orientalischen Philologien oder auf byzantinistischem Gebiet veröffentlicht haben.

Gedächtnisvorlesung

Zu Ehren des verdienstvollen Forschers der Kultur des Oriens Christianus findet jährlich eine Alexander-Böhlig-Gedächtnisvorlesung statt. Bisher kamen die Vortragenden und Preisträger von unterschiedlichen Universitäten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark.

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